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Archiv der Kategorie: Aktuelles

Was tut sich in Politik und Industrie, unsere Ernährung betreffend.

Auch in Fast Food Land USA tut sich was

Der ein oder andere wird vielleicht schon einmal etwas von Jamie Olivers Kampf gegen die schlechte Ernährung des Durchschnittsamerikaners gehört haben. Mit der Kampagne „Food Revolution“ versucht der britische Spitzenkoch die Essgewohnheiten vor Allem in den Schulmensen zu verändern. Dabei startete er in „America’s unhealthiest city“; Huntington, Virginia.
Auch in den kulinarischen Hochburgen California, respektive Oregon tut sich einiges. Bereits in den vergangenen Jahren gab es auf einer der zahlreichen Foodevents einige sehr interessante Vorträge zum Thema Ernährung, die auf ted.com als Videostream zur Verfügung stehen. Foodkolumnist und Blogger Mark Bittman spricht sehr eindrücklich über „whats wrong with what we eat“. Dabei geht es natürlich um den massiven Fleischkonsum der Industriestaaten und um die Schwierigkeit gute Produkte von schlechten zu unterscheiden. Ann Cooper hat sich, ähnlich wie Jamie Oliver, dem Engagement an den Schulen des Landes verschrieben. Sie spricht über die Zustände in den Mensen, die längst bekannte, aber wohl ignorierten Konsequenzen und wie einfach es ist, etwas zu ändern. Ein wenig augenzwinkernd sollte man Dan Barbers Foie Gras parable rezipieren. Schwer zu glauben, dass ein Vortrag über Gänsestopfleber eine sinnvolle Botschaft verwitteln kann. Aber die Geschichte vom Goose-Whisperer ist voller interessanter Ansätze und Ideen.

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Verfasst von - November 1, 2011 in Aktuelles, Links

 

Start von Lebensmittelklarheit.de

Am 20. Juli ging die lange erwartete Verbraucherplattform lebensmittelklarheit.de online. Die ersten Tage gestalteten sich wohl etwas komplizierter, als sich der Betreiber (der Bundesverband der Verbraucherzentralen) das gedacht hatte. Von mehr als 20.000 Anfragen pro Sekunde war die Rede, die Sprecherin des Verbandes spekulierte gar über einen gezielten Hackerangriff. Wenn da mal nicht die Ernährungsindustrie dahinter steckte. Die war nämlich schon seit der Ankündigung von lebensmittelklarheit.de gegen das Projekt Sturm gelaufen. Und allein das ist schon ein gutes Zeichen.

Idee des Internetportals ist schnell erklärt. Ähnlich wie auf der von der Verbraucherorganisation foodwatch betriebenen Seite abgespeist.de sollen Verbraucher die Möglichkeit bekommen, Produkte „an den Pranger zu stellen“, um mal die Foodlobby zu zitieren. Ist man also der Meinung, das beispielsweise die Aufmachung der Verpackung bzw. die Art wie das Produkt beworben wird, nicht mit dem Inhalt übereinstimmt, kann man das als Täuschungsversuch deklarieren. Die Verbraucherzentrale prüft diese Angabe und konfrontiert den Hersteller mit den Vorwürfen. Dieser sollte möglichst innerhalb von sieben Tagen dazu Stellung nehmen, was dann zusammen mit einer Bewertung auf lebensmittelklarheit.de publiziert wird. Verbraucherschutzministerin Aigner spricht von einem „fairen und sachlichen Austausch zwischen Verbrauchern und Wirtschaft“.Das ganze wird in drei Kategorien aufgeteilt.

1. Getäuscht?

Jede Art von Mogelei kann man hier anklagen. Vollkommen egal, ob es sich um nicht der Aufmachung entsprechenden Inhalt, kaum leserliche Zutatenlisten oder schlicht um falsche Hoffnungen handelt, die das Produkt weckt. Der Vorwurf wird von den Verbraucherschützern geprüft und gegebenenfalls mit einer Änderungsaufforderung an den Hersteller weitergeleitet. Das ist ein klarer Knackpunkt, zum Einen, weil diese Prüfinstanz festlegt, ob eine Täuschung vorliegt oder nicht, zum Anderen, weil jeder Verbraucher andere Erwartungen an ein Produkt hat, was zu einer Flut von Protestmeldungen führen wird, die kaum alle zu einem Ergebnis führen können.

2. Geändert

Hier werden die Produkte aufgelistet, bei denen der jeweilige Hersteller auf die Kritik reagiert und eine Änderung vorgenommen hat. Beispielsweise beschränkt  sich ein Kaffeehersteller bei seinem „klassischen“ Kaffee wieder auf 100% Kaffe als Zutat und verzichtet auf Maltodextrin und Karamell. Andere vergrößern die Schrift oder ändern die Beschreibung der Packung.

3. Erlaubt

Dieser Kategorie stehe ich mit viel Skepsis gegenüber. Hier kommentieren die Verbraucherschützer Produkte, deren Inhalt zwar offensichtlich nicht mit der Beschreibung übereinstimmt, was aber in diesen Fällen nicht dem Gesetz widerpsricht. Beispielsweise darf man Wiener-Würste mit mind. 15% Kalbfleisch Kalbswiener nennen, auch wenn sie dann eben zum Großteil aus Schweinefleisch bestehen. Ähnlich darf sich ein Käse Ziegenkäse schimpfen, wenn er zu 15% Ziegenmilch enthält. Von welchen Tier die restliche Milch kommt, muss nicht mal aufgeführt werden, Allergiker freuen sich riesig. „Erlaubt“ hat das zweifelhafte Potenzial zu einer Art Abstellgleis zu degenerieren, wo man alle Produkte hinschiebt, bei denen eine ordentliche Herstellung bzw. Kennzeichnung einer gesetzlichen Neuregelung bedürfte. Wann die Verbraucherschützer eine Konsumententäuschung für einenBetrugsversuch und wann für eine legitime Deklaration halten, ist ziemlich unklar. Letztendlich ist ja eigentlich alles, was da so an Inhalts- und Verpackungsschindluder getrieben wird, leider irgendwie legal.

Die Plattform wird  vom Bundesministerum für Verbraucherschutz(BMELV) unterstützt. Ministerin Aigner formuliert das Ziel von lebensmittelklarheit.de in einer Pressekonferenz  als Versuch eine Übereinstimmung zwischen Inhalt und Präsentation eines Produkts zu erreichen. Frei nach dem Motto: „Was draufsteht, muss auch drin sein.“ Da sie nach dem Dioxinskandal Anfang des Jahres einiges an Verbrauchersympathien wieder zurückgewinnen muss, dürfte allerdings zu einem nicht ganz unerheblichen Teil zu ihrem Engagement beitragen.  Dass erstmal keine gesetzlichen Neuregelungen geplant, überrascht mich kaum. Man muss befürchten, dass die Rubrik „Erlaubt“zu der Lücke wird, die letztendlich verhindert das Lebensmittelbetrug, der gesetzlich erlaubt ist, verhindert werden kann.

Lediglich das Verbraucherinformationsgesetz wurde überarbeitet. Die Änderungen beziehen sich allerdings auf den bereits erwähnten Dioxinskandal. So soll z.B. eine „Verpflichtung zur zwingenden Veröffentlichung aller Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften“ eine besser informierte Öffentlichkeit schaffen. Hier geht’s also darum, dass illegales Treiben im Zusammenhang mit Nahrungsmittelproduktion öffentlich gemacht werden muss. Beeindruckend. Mit dem Versuch Produktinszenierungen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen hat das leider nichts zu tun. BMELV-Ministerin Aigner behauptet, man werde gesetzliche Regelungen überdenken, sobald man über lebensmittelklarheit.de ein Bild bekommen habe, „wo den Verbrauchern der Schuh drückt“. Man darf gespannt sein.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - Juli 31, 2011 in Aktuelles

 

Interssante Links

Im ersten „News“ Eintrag versuche ich mal eine Liste interessanter Links zum Ernährung zusammenzustellen. Die jeweiligen Seiten haben oft direkt mit Landwirtschaft zu tun, da die wirklich entscheidenden Fragen nunmal den Agrarsektor betreffen (z.B. wie wird was, wo produziert, was kostet das und was wären die Alternativen bzw. was sind die Probleme).

Auf http://meine-landwirtschaft.de/ haben zwanzig Initiatoren ein Aktionsbündnis gegründet, dabei sind unter anderem Bioland und demeter, attac, der wwf und Brot-für-die-Welt. Anlass ist die gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2013, die 2011 beschlossen wird. Die Initiative biedet eine gute Informationsgrundlage und mehrere Möglichkeiten aktiv zu werden, beispielsweise den Appell gegen Massentierhaltung. Sobald man sich nur ein wenig informiert, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass die konventionelle Massentierhaltung wie sie in Deutschland praktiziert wird, weder artgerecht (was laut Gesetz eigentlich Pflicht ist), noch in irgendeiner Weise dem Verbraucher dienlich ist (mehr dazu in „Prinzipielles“).

Außerdem bietet http://meine-landwirtschaft.de/  zahlreiche Informationen bezüglich des politischen Prozesses, sowie eine Übersicht über diverse Aktionen, die 2011 stattfinden.

 
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Verfasst von - Mai 13, 2011 in Aktuelles, Links